Hand in Hand im Sinne der Familien

| Familienzentrum

Seit 2017 läuft an 47 Standorten im ganzen Bundesgebiet das Modellprogramm „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“. Auch in Regensburg entwickeln aktuell 15 Netzwerkpartner unter der Koordination der ejsa Regensburg gemeinsam Beratungs- und Begleitungsangebote. Nach knapp eineinhalb Jahren fällt die Bilanz positiv aus.

„Elternchancen sind Kinderchancen“, sagt Sabine Wunderlich, Leiterin des Familienzentrums der Evangelischen Jugendsozialarbeit Regensburg (ejsa) und bringt damit die Ausrichtung des Modellprogramms „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“ auf den Punkt. Gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend soll damit Flüchtlingsfamilien beim Ankommen und der Integration durch niederschwellige Beratungs- und Begleitangebote sowie Veranstaltungen geholfen werden. Ziel ist es, die Bildungschancen der Kinder zu erhöhen, indem die Eltern gezielt geschult werden.

Das ejsa-Familienzentrum ist die Koordinierungsstelle für derzeit 15 Institutionen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, die im „Netzwerk Elternbegleitung Regensburg“ zusammenarbeiten. Zu den Partnern zählen beispielsweise Campus Asyl e.V., städtische Einrichtungen und Ämter, Kindergärten und Schulen und Mitarbeitende der Regierung der Oberpfalz. Bei den regelmäßigen Netzwerktreffen stehen vor allem der Austausch von Konzepten und Kontakten sowie die Vorstellung neuer Projekte im Fokus. „Weil wir Hand in Hand im Sinne der Familien zusammenarbeiten, können wir dem hohen Bedarf bei uns in Regensburg gerecht werden“, betont Sabine Wunderlich. Seit Programmbeginn konnten verschiedene Angebote gemeinsam umgesetzt werden, wie zum Beispiel eine arabisch-, englisch- und deutschsprachige Eltern-Kind-Gruppe oder die Kulturmittlerinnen, die den geflüchteten Familien die Integration über den Kontakt in deren Muttersprache erleichtern. „Mir ist es besonders wichtig, zu sehen, wie gut es den Frauen tut, in einem fremden Land in ihrer Muttersprache angesprochen zu werden. Vielen fällt es dadurch leichter, nach draußen zu gehen und auch die Angebote im ejsa-Familienzentrum anzunehmen. Das ist ein wichtiger Schritt zur Integration, besonders auch für die Kinder“, fasst die Kulturmittlerin Mai Hamza ihre Arbeit zusammen.

Auch im Hinblick auf die Quartiersentwicklung ist das Netzwerk Elternbegleitung ein wertvoller Bestandteil. „Dabei kommt die geballte Ladung an Kompetenz zusammen. Nur durch diesen intensiven Austausch aller Akteure im Quartier können neue Projekte entstehen und funktionieren“, so Sarah Zimmermann, neue Quartiersmanagerin im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt Innerer Südosten“. Ein gut angenommenes Format ist die „Tauschbörse“, die Ende 2018 erstmals im ejsa-Familienzentrum stattfand und am 30. März in Kooperation mit den Kolleginnen des Bundesprogramms „Kita Einstieg“ im Kinderhaus Pestalozzi in die nächste Runde gehen wird. Familien aus dem Stadtteil und besonders auch neu zugewanderte und geflüchtete Familien können dabei Kleidung, Haushaltswaren oder Spielsachen gegen Taler eintauschen. Spenden sind dabei jeder Zeit herzlich willkommen.

Über das Modellprogramm „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“
Mit dem Modellprogramm „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von 2017 bis 2020 die Weiterentwicklung flüchtlingsbezogener Elternbegleitung. Ziel ist es, Netzwerke von Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern verschiedener Träger und Flüchtlingsfamilien zu stärken. Elternbegleitung soll dadurch nachhaltig im Sozialraum verankert werden. An bundesweit 50 Standorten unterstützen modellhaft lokale Elternbegleitungsnetzwerke zugewanderte Familien beim Ankommen und bei der Integration in der Kommune. Institutionen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, in denen Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter tätig sind, bilden im Rahmen des Programms ein Netzwerk mit wichtigen Partnern im Sozialraum und entwickeln in Abstimmung mit dem zuständigen Jugendamt niedrigschwellige Beratungs- und Begleitungsangebote für geflüchtete Familien. Durch die Elternbegleitungsnetzwerke erhalten neu zugewanderte Familien vor Ort wirksame Unterstützung bei der Integration, insbesondere für die Bildungschancen ihrer Kinder.

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© ejsa Regensburg / Julia Strauß (Valentum Kommunikation GmbH)
Die Partnerinstitutionen des „Netzwerk Elternbegleitung Regensburg“ treffen sich regelmäßig, um sich über Konzepte und Kontakte auszutauschen und sich gegenseitig neue Projekte vorzustellen.
© ejsa Regensburg / Violetta Huang
Mai Hamza, Kulturmittlerin im Zuge des „Netzwerks Elternbegleitung Regensburg“